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Das zweite Gesicht sieht einfach nur fürchterlich aus
Geschrieben von: Clemens Schnitzler   
Montag, den 22. März 2010 um 11:09 Uhr

Regionalliga, Frauen: Der FSV Mainz 05 liefert bei der vierten Auswärtsniederlage eine indiskutable Leistung ab

TuS Neunkirchen - FSV Mainz 05 36:25 (18:9)

NEUNKIRCHEN. Allmählich wird es knapp für Handball-Regionalligist FSV Mainz 05. Durch die vierte Auswärtsniederlage der Saison hat sich der Rückstand auf Tabellenführer Germania Fritzlar auf drei Punkte vergrößert. Beim direkten Aufeinandertreffen der Konkurrenten stehen die 05erinnen am Wochenende nach Ostern damit vor der schweren bis unmöglichen Aufgabe, beim zu Hause noch verlustpunktfreien Ersten gewinnen zu müssen, um das vorzeitige Aus im Meisterschaftsrennen abzuwenden.

Hineinmanövriert in die schlechte Ausgangslage hat sich die Mannschaft am Wochenende durch eine indiskutable Leistung bei TuS Neunkirchen, die mit der höchsten Saisonniederlage endete. Nach dem 25:36 (8:19) im Saarland rätselt 05-Trainerin Karin Euler über die zwei Gesichter ihrer Mannschaft. „Wir spielen furchtbar wechselhaft, aber ich weiß noch nicht, warum“, sagte die Trainerin. Besonders auswärts zeigten die Spielerinnen sich zu häufig von der schlechten Seite. „Die Busfahrten können es eigentlich nicht sein, daran muss die Mannschaft sich inzwischen gewöhnt haben“, erläutert Euler, warum sie dies nicht zu akzeptieren bereit ist.

In Neunkirchen sah die Trainerin jedenfalls „ein ganz schlechtes Spiel der gesamten Mannschaft“. Den üblichen Anfangsrückstand (0:4, 6.) holten die 05er noch durch zwei starke Minuten in kürzester Zeit auf (4:4, 8.). „Da dachte ich, dass es jetzt vorwärtsgeht, aber bei 18 technischen Fehlern alleine in der ersten Halbzeit – da bleiben nicht mehr allzu viele Angriffe übrig, in denen sich Tore erzielen lassen“, sagte Euler.

In der Offensive lief gar nichts zusammen. Das zeigte sich daran, dass neben den Treffern der drei Rückraumspielerinnen ganze zwei weitere Tore zu Buche stehen, die Joelle Gieseler und Regina Wirsing bei Gegenstößen erzielten. Weder über die Position der beiden Außenspielerinnen noch über den Kreis funktionierte an diesem Tag irgendetwas.

Schlechte Trainingswoche

Ganz überrascht durfte Euler davon nicht sein. „Sicher haben wir da auch Tribut gezahlt für die schlechte Trainingswoche, an der nur fünf Feldspielern teilnahmen – da ist an ein Mannschaftstraining nicht zu denken gewesen.“ Andererseits war Victoria Wriedt, die wegen ihrer Bronchitis ebenfalls nicht trainieren konnte, mit die beste Mainzer  Spielerin des Tages. „Peinlich für die anderen“, sagte die Trainerin dazu. Bis zum 7:10 (20.) hielt der FSV noch einigermaßen den Anschluss, „danach war in unserer Abwehr alles offen“, resümierte Euler den 2:8-Lauf bis zu Pause. Trotzdem hatte sie beim Seitenwechsel noch nicht völlig abgeschlossen mit der Partie, „man kann ja auch eine Halbzeit mit neun Toren gewinnen“. Aber in den ersten Minuten nach der Pause setzten sich die Abwehrprobleme fort, so dass die Neunkirchenerinnen auf 12:23 davonzogen (36.).

Die dann aufgenommene Manndeckung gegen die TuS-Spielmacherinnen Aleksandra Jelicic und Ingrida Radzeviciute brachte die Gäste immerhin noch einmal auf 18:24 heran (41.). Aber erneut ging es ganz schnell wieder in die andere Richtung (18:28, 44.). „Wir waren dann auch zu undiszipliniert, haben die Angriffe zu schnell abgeschlossen und gerieten durch einige Zeitstrafen zu oft in Unterzahl – das hat Neunkirchen dann sehr clever ausgespielt“, schilderte Euler.

Radzeviciute kam auf neun Treffer und entschuldigte sich bei der ihr gut bekannten Mainzer Trainerin mit einem Augenzwinkern für ihre Leistung. Doch die Gastgeber waren für sie auch mit der Unterstützung der Altinternationalen aus Litauen keineswegs unbesiegbar an diesem Tag. „Das Spiel hätten wir gewinnen müssen“, bestand Euler darauf, nicht an einem überragenden Neunkirchener Spielmacherduo gescheitert zu sein. (gus)

FSV Mainz 05: Simon (1.- 20. und ab 40.); Klaßen (20.- 40.); M. Gieseler (8/2), Holstein (8/4), Wriedt (7), J. Gieseler, Wirsing (je 1), Graf, Müller, S. Krause.

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 30. Juni 2010 um 05:22 Uhr