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Blitzcomeback mit blindem Verständnis
Geschrieben von: Clemens Schnitzler   
Montag, den 15. März 2010 um 11:34 Uhr

13032010Handball- Regionalliga: 05- Frauen lassen Thüringer HC II keine Chance

Kein Fehlstart, kraftvolle Abschlüsse, kaum Probleme: Die Regionalliga- Handballerinnen des FSV Mainz 05 unterstrichen ihre stabile Form. Der Tabellenzweite feierte gegen den Thüringer HC II einen nie gefährdeten Erfolg.

FSV Mainz 05 - Thüringer HC II 41:31 (22:13)

MAINZ. Neuigkeiten von Handball- Regionalligist FSV Mainz 05: Das mit dem Siegen funktioniert beim Tabellendritten durchaus auch ohne den üblich gewordenen Fehlstart in die Partie. Der Thüringer HC II erwies sich am Samstagabend als willkommen leichte Beute für die aufstiegswilligen 05er, die gegen die behäbig ins Spiel startenden, abstiegsbedrohten Gäste nach zwei Minuten einen 3:0-Vorsprung ergattert hatten, der den Weg in der Partie vorgab.

Sehr konzentriert

Zwar kamen die Thüringer dann doch besser in Fahrt und konnten gar ein einziges Mal in Führung gehen (4:5, 9.). „Sorgen habe ich mir da allerdings nicht gemacht“, sagte FSVTrainerin Karin Euler. Denn ob Abwehr oder Angriff, „wir sind da in der ersten Halbzeit doch sehr konzentriert gewesen“, war die Trainerin mit dem Auftritt ihrer Mannschaft vor dem Wechsel hoch zufrieden.

Mehrere Stützen hatte die erfolgreichste erste Halbzeit des FSV in der bisherigen Saison. Für Euler war es entscheidend, dass Victoria Wriedt die Ersatzrolle für die verletzte Kristin Kartheuser annahm und gut ausfüllte. „Sie  übernimmt Verantwortung auf der Position, und das nutzt natürlich auch ihren Nebenspielerinnen Madeleine Gieseler und Johanna Holstein.“ Besonders Holstein nutzte ihre Gelegenheiten diesmal mit großem Selbstbewusstsein bei ihren Abschlüssen, zeigte dass sie einen mächtigen Wumms hinter den Ball bekommen kann, zur Not auch wenn die Körperachse dabei quer steht.

Und dann war da noch das Blitzcomeback von Kreisläuferin Kirsten Simon, die es – Euler befürchtet, für das einzige Mal in der restlichen Saison – geschafft hatte, ein freies Wochenende von ihrem Job in Winterthur zu ergattern. Es war, als sei sie nie weg gewesen aus Training und Spiel, das Verständnis besonders mit Madeleine Gieseler ist doch eine Ecke größer als mit Kristina Graf, die allerdings auch einen ihrer besseren Auftritte hatte. „Ich hätte Kirsten natürlich lieber nächste Woche beim Spiel in Neunkirchen dabei gehabt, aber da ist nichts zu machen“, bedauerte Euler.

Den zwischenzeitlichen Rückstand drehte der FSV in kürzester Zeit um (7:5, 11.) und baute den Vorsprung dann allmählich aus. Kurz vor der Pause setzte der FSV mit einem 5:0-Lauf, abgeschlossen durch zwei dieser kraftstrotzenden Aktionen Holsteins, allen leisen Hoffnungen der Gäste auf eine Chance sich zu berappeln ein Ende.

Thüringer Torschusspanik

Die Thüringer präsentierten bei ihren Angriffen eine eigenwillige Interpretation des Handballsports: Siehe zu, dass du den Ball schnell aufs Tor feuerst, egal ob es Sinn macht. Bei den allermeisten Angriffen des THC II dauerte es keine zehn Sekunden, bis der erste Schussversuch kam. Weil die FSV-Abwehr aber keine Probleme damit hatte, sich nach eigenen Treffern oder auch Ballverlusten sich in kürzester Zeit zu formieren, die Gästeangriffe also immer gegen einen voll aufgebauten Defensivverbund des FSV stießen, ergab diese Torschusspanik keinen Sinn.

Wenn es denn hätte sein sollen, wäre es dem FSV sicher nicht schwer gefallen, mit einer ähnlichen Distanzierung des Gegners auch die zweite Hälfte zu bewältigen. In der Abwehrarbeit ließen die 05er fortan aber doch einiges zu viel zu, besonders Joelle Gieseler war auf ihrer Seite gleich in mehreren Situationen erst auf dem Bahnsteig, als der Zug schon ausgerollt war. „Dass bei dem klaren Spielstand nicht mehr die volle Konzentration dar war, ist irgendwo nachzuvollziehen“, nahm Euler es trotz des Ärgers über die eine oder andere Szene nicht weiter tragisch.

Den größten Abstand gab es so beim 38:25 (52.), der THC II kam nie näher als auf acht Treffer Differenz heran. Das nennt man dann wohl chancenlos beim Tabellendritten, der damit seinen Offensivrekord aus dem Heimspiel gegen den nächsten Gegner einstellte. Guido Steinacker

FSV Mainz 05: D. Simon (1.- 30. Minute), Klaßen (31.- 60. Minute) - M. Gieseler (9/4), Holstein, Wriedt (je 7/1), Wirsing (5), K. Simon (4), Graf, J. Gieseler (je 3), Krause (2), Müller (1), Birke.

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 30. Juni 2010 um 05:22 Uhr