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Obligatorischen Rückstand nicht gedreht
Geschrieben von: Daniela Bilo   
Donnerstag, den 22. Oktober 2009 um 15:26 Uhr

 

"Gehemmt" ist wohl das passende Adverb für das Offensivproblem, das die Mannschaft über die gesamte Spielzeit hinweg präsentierte. "Die 23 sagt alles, wir müssen wieder dahin kommen, im Angriff 30 Tore oder mehr zu werfen", umschrieb FSV-Trainer Gunter Dietrich die bloß gelegten Defizite.

Einmal mehr bloß gelegt, muss man sagen, denn in allen bisherigen Pflichtspielen der Saison lief es im Angriff nicht nach Plan. Anders als sonst, nutzte diesmal aber auch alle Unverzagtheit bis zum Schlusspfiff nichts. Denn die Gäste zeigten in den entscheidenden Szenen dieselbe Kampfeslust wie die Gastgeberinnen. Selbst als die 05erinnen die Partie sieben Minuten vor dem Ende kippten und zum ersten Mal nach der Anfangsphase der zweiten Halbzeit wieder in Führung lagen (21:20) zeigte die HSG keine Lust, die Punkte aufzugeben.

Wieder liefen die Mainzerinnen schon in der ersten Halbzeit hauptsächlich dem Gegner hinterher, hielten dank der Abwehrleistung sich aber jederzeit in der Partie. Und als Madeleine Gieseler und Kristin Kartheuser direkt nach dem Wiederbeginn einen Zweitorevorsprung herausholten (16:14 (37.), schien sich der gewohnte Ablauf einzustellen.

Doch genau ab diesem Zeitpunkt ging es steil bergab und niemand fand die Handbremse (16:19, 40.). Dietrich musste im Nachhinein bekennen, zu wenig gewagt zu haben mit seiner Personalpolitik während der Partie. "Die Abwehr hat nach der Pause so gut gearbeitet, da wollte ich nicht eingreifen - aber das war wohl falsch", sagte der Trainer. Sabrina Schramm, Viktoria Wriedt und Kristina Graf kamen in der zweiten Halbzeit kaum oder gar nicht mehr aufs Feld. Doch die sechs, sieben Spielerinnen, die das Ruder wieder herumreißen sollten, fanden im Angriff gegen die 6-0-Abwehr der Gäste keine Mittel. Mangels Mainzer Schusskraft aus dem Rückraum musste sich die HSG nur auf das Verhindern von Durchbrüchen konzentrieren.

Außer Kristin Kartheuser war keine 05-Spielerin in der Lage, wenigstens manchmal den Abschluss zu erzwingen, Kreisanspiele klappten zu selten. Offensivfouls und Schrittfehler direkt vor der Gästeabwehr beendeten viele Angriffsbemühungen der Mainzerinnen jäh. "Das Spiel haben wir durch die hohe Fehlerquote vorne verloren", resümierte Dietrich daher. Wegen seines Reklamierens nach einem zweifelhaften Schrittfehlerpfiff gegen Gieseler kassierte die FSV-Bank 70 Sekunden vor Ende (23:24) eine Zweiminutenstrafe, die auch nicht gerade weiterhalf.    (gus)

FSV Mainz 05: D. Simon, Klaßen; Kartheuser (5), M. Gieseler (4/2), Wirsing (3), Wriedt (3/2), K. Simon, Schramm (je 2), Holstein (2/1), E. Krause, Graf (je 1).

 


 

Bericht Allgemeine Zeitung - 19.10.2009

Unmotivierte Würfe aufs Tor

19.10.2009 - MAINZ - Von Michael Heinze

REGIONALLIGA 05-Handballerinnen blamieren sich gegen Kellerkind nach Kräften

Enttäuschung für die Regionalliga-Handballerinnen des FSV Mainz 05: Ausgerechnet in eigener Halle und gegen das bis dato punktlose Kellerkind HSG Mörfelden/Walldorf kassierte das Team von Trainer Gunter Dietrich beim 23:24 (13:13) nach zuvor drei Pflichtspielsiegen in Folge die erste Saisonpleite.

"Ich bin bitter enttäuscht", redete Dietrich hinterher Klartext. Vor 200 Fans in der Sporthalle der Gustav-Stresemann-Wirtschaftsschule waren die "Meenzer Dynamites" trotz Bestbesetzung von ihrer Bestform weit entfernt. Dietrich: "Die Hoffnung, die ich nach den ersten beiden Spielen noch hatte, hat getrogen."

Im Angriff bekleckerte sich der FSV nicht mit Ruhm gegen eine Gäste-Formation, die noch auf drei Stützen verzichten musste. Im FSV-Spiel wimmelte es nur so von Fehlern, so dass die HSG immer wieder zu billigen Gegenstoßtoren kam. "Eine durchaus ordentliche Abwehrleistung hat uns nicht genügt, weil wir sechs oder sieben einfache Gegenstöße kassiert haben, nachdem wir den Ball einfach nur unmotiviert aufs Tor geworfen hatten und der Gegner frei vor unserem Tor gestanden hat", so Dietrich. Nach total ausgeglichener erster Hälfte erwischte der FSV im zweiten Abschnitt einen guten Start zum 15:13 (33.). Sieben Minuten später lag er 16:19 hinten, nach 52 Minuten wieder 21:20 vorne. "Unerklärlicherweise haben wir es dann überhaupt nicht mehr hingekriegt", sagte Dietrich. "Ich muss mir den Schuh vielleicht auch etwas anziehen, weil ich trotz der sehr, sehr schlechten Angriffsleistung nicht mehr gewechselt habe."

FSV Mainz 05: D. Simon (1.-40.), Klaßen (41.-60.); Wriedt (3/2), S. Krause, M. Gieseler (4/2), K. Simon (2), Kartheuser (5), E. Krause (1), Wirsing (3), J. Gieseler, Graf (1), Schramm (2), Holstein (2/1).

 


Rätselhafter Auftritt

Eigener Bericht:

Kopf- und strukturlos agierende 05erinnen verlieren komplett eigene Tugenden und beide Punkte gegen die HSG Mörfelden-Walldorf

Es war ein leidenschaftsloser Auftritt der 05er-Mannschaft über die gesamten 60 Minuten. Die Angriffsprobleme, die seit der Vorbereitung bestehen, und die sich über den Saisonbeginn fortsetzen, traten gestern von Anfang an deutlich zu Tage. Die Mainzerinnen agierten im Angriff nicht als Mannschaft, sondern versuchten durchweg im Alleingang die Aufgaben "mit der Brechstange" zu lösen.

Da die Abwehr an sich gut funktionierte, vermied Gunter Dietrich in der 2. Halbzeit Wechsel, die zu einer Belebung des Angriffsspiels hätten beitragen können. Leider stellte sich dies im Nachinein als Fehler heraus, die geschilderten Einzelaktionen in Kombination mit einer Vielzahl von Ballverlusten, wurden gestern von diesem Gegner dann auch konsequent mit Überlauftoren bestraft, was letztendlich zur verdienten Niederlage führte.

Gunter Dietrich´s Fazit: "Mit solchen Auftritten gewinnt man kein Spiel mehr!" bringt es auf den Punkt.

 

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 22. Oktober 2009 um 15:27 Uhr