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Im Kopf und körperlich nicht präsent PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Daniela Bilo   
Montag, den 30. November 2009 um 16:06 Uhr

Dieses Szenario wäre am Samstag auch gegen Germania Fritzlar notwendig gewesen, doch diesmal ging die Rechnung nicht auf. Die Nordhessen erwiesen sich bei der 32:36 (18:16)- Niederlage der 05er als das konstantere Team, während das Leistungslevel des FSV ausgerechnet in der Schlussphase wieder absackte.

Was hatte Trainer Gunter Dietrich noch prophezeit vor dem Spiel? "Um zu gewinnen, müssen wir unsere Leistung über 60 Minuten bringen." In der ersten Halbzeit schien seine Mannschaft ihn widerlegen zu wollen, als sie einen Katastrophenstart (2:7, 10.) durch eine Phase mit fast perfekter Abschlussquote im Angriff in ein 18:15 umzuwandeln verstand. Aber vielleicht lässt sich die These ja dennoch durch die Schlussphase belegen. Denn die Ursache für den rasanten Leistungsabfall

vom noch immer komfortablen 26:23 (42.) zum 30:33 (57.) vermutet Dietrich nicht zuletzt im Kräfteverschleiß durch die Aufholjagd nach dem verkorksten Start.

"Die Mannschaft war in der letzten Viertelstunde im Kopf und körperlich nicht präsent", erläuterte er. "Wie man trainiert, so spielt man eben auch." Dass seit Wochen immer einige Spielerinnen aus diversen Gründen im Training fehlen und durch den Abgang der Krause- Schwestern der Kader sich verkleinert hat, machte die Einübung gezielter Abläufe problematisch und schränkt auch die körperliche Fitness der Betroffenen ein. Das erwies sich im Schlussviertel der Partie überdeutlich.

Das Spiel bewegte sich über lange Phasen auf dem Niveau einer echten Spitzenpartie, selbst in der Anfangsphase, als dem FSV die Seuche an den Fingern klebte. Gehalten, Pfosten, Schrittfehler, Heber zu lasch, Pfosten, gehalten verzeichnet die Liste der vergebenen Chancen, die sich die Mannschaft aber durchaus erarbeitete.

Als es mit dem Treffen dann endlich klappte, war auch fast alles gut - außer, dass die Abwehr es nie ganz verstand, über ihre 5- 1- Formation die Laufwege des Fritzlarer Rückraums zu stören und in einigen Situationen die rechte Abwehrseite der Linksaußenspielerin der Gäste große Einlaufräume ließ. Das Hauptproblem am Ende, das interessanterweise Gästecoach Alan Penner einleitete, als er mitten in der Phase des Erstarkens seiner Mannschaft die Auszeit nahm (30:30, 52.), war der Leistungseinbruch bei den Leitwölfinnen der 05er. Kristin Kartheuser hatte in früheren Partien die Wende zum Sieg durch einen energischen und selbstbewussten Auftritt eingeleitet, diesmal gab es in dem Moment, als sie besonders gefordert war, von ihr vor allem schlecht vorbereitete Abschlüsse ohne Zielkraft zu sehen. Johanna Holstein und Madeleine Gieseler machten es keinen Deut besser. So holten sich die Fritzlarer in aller Ruhe ihre Punkte ab - letztlich absolut verdient.

"Für unsere mangelnde Vorbereitung haben wir heute die Quittung bekommen - und das ist vielleicht auch gut so", glaubt Dietrich. Irgendwie durchmogeln durch die Saison, das wird nicht funktionieren. Nicht für den Kampf um die Spitzenpositionen und möglicherweise nicht einmal im Kampf um die Qualifikation für Liga drei.

Guido Steinacker

Mainz 05: D. Simon (1.- 45.), Klaßen (45.- 60.) - Schramm (6), J. Gieseler (5), Holstein (5/2), M.Gieseler, Wriedt (je 4), Kartheuser (3), Graf, Wirsing (je 2), K. Simon (1).

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